Lexikon · Summen und Entschädigung
Unterversicherung
Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert des Bootes. Der Versicherer kürzt dann nicht nur im Totalschaden, sondern auch jeden Teilschaden im selben Verhältnis.
Tatsächlicher Wert100.000 Euro
Schaden 10.000 Euro → Ersatz7.000 Euro
Was Unterversicherung bedeutet
Ein Boot ist 100.000 Euro wert, versichert sind 70.000 Euro. Bei einem Schaden von 10.000 Euro werden nicht 10.000 Euro ersetzt, sondern 7.000 Euro, also der Anteil, der dem Verhältnis von Versicherungssumme zu Wert entspricht.
Die meisten Fälle entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Zeitablauf. Ein neuer Satz Segel, ein Motortausch, neue Elektronik, ein Bugstrahlruder: Jede dieser Investitionen hebt den Wert, ohne dass die Versicherungssumme mitwächst. Auch ein anziehender Gebrauchtbootmarkt kann dazu führen, dass eine vor Jahren angemessene Summe heute zu niedrig ist.
Dagegen hilft dreierlei: eine fest vereinbarte Taxe, wenn das Bedingungswerk sie vorsieht, ein aktuelles Wertgutachten als Grundlage, und die Gewohnheit, die Summe nach größeren Investitionen anzupassen.
Wo sie typischerweise entsteht
Neue Segel
Motortausch
Elektronik und Nachrüstung
Zubehör und lose Ausrüstung
Steigende Gebrauchtpreise
Schnellcheck
Zwei Fragen, besonders nach einer größeren Investition.
Was ist mein Boot heute wert?
Ist eine feste Taxe vereinbart?
In Österreich
Boote auf den Salzkammergut-Seen bleiben oft über Jahrzehnte in derselben Hand und werden laufend nachgerüstet. Genau dort sammelt sich Unterversicherung an, ohne dass sie jemandem auffällt, bis der erste größere Schaden gemeldet wird. Ein Sachverständigengutachten ist in diesen Fällen die verlässlichere Grundlage als eine Schätzung aus dem Gedächtnis.
Ob und wie Ihr Vertrag eine anteilige Kürzung vorsieht, steht im Bedingungswerk. Prüfen Sie die vereinbarte Versicherungssumme, wenn Sie heuer investiert haben.
