Lexikon · Summen und Entschädigung

Selbstbehalt

Der Selbstbehalt in der Bootsversicherung ist der Anteil eines Schadens, den Sie selbst tragen. Er wird bei jedem ersatzpflichtigen Schaden abgezogen und senkt im Gegenzug die Prämie.

FormFixbetrag oder Prozentsatz
WirkungSenkt die Prämie
AchtungJe Schadenart verschieden hoch

Schaden gesamt6.000 Euro

1.000 Selbstbehalt 5.000 Euro Ersatz
Tragen Sie selbst Zahlt der Versicherer
Beispielrechnung bei einem Selbstbehalt von 1.000 Euro, vorausgesetzt der Schaden ist dem Grunde nach gedeckt. Bei einem Schaden von 1.200 Euro blieben nur 200 Euro übrig — deshalb lohnt die Meldung knapp über dem Selbstbehalt selten.

Was der Selbstbehalt in der Bootsversicherung umfasst

Vereinbart wird entweder ein fester Betrag oder ein Prozentsatz der Versicherungssumme, häufig mit einem Mindest- und einem Höchstbetrag. Bei einem Schaden von 6.000 Euro und einem Selbstbehalt von 1.000 Euro werden 5.000 Euro ersetzt.

In den meisten Bedingungswerken gibt es nicht einen Selbstbehalt, sondern mehrere. Für Diebstahl, für Grundberührung und für Schäden im Winterlager gelten oft höhere Sätze als für den Rest. Wer nur auf die Zahl im Angebot schaut, übersieht, dass gerade der wahrscheinlichste Schaden den höchsten Eigenanteil hat.

Die Obliegenheit, einen Schaden zu melden, bleibt davon unberührt und richtet sich nach dem Bedingungswerk. Ein nicht gemeldeter Schaden kann bei einem späteren Folgeschaden zum Problem werden.

Worauf es im Detail ankommt

Fixbetrag oder Prozentsatz
Ein Prozentsatz wächst mit der Versicherungssumme mit. Bei einem hoch versicherten Boot kann ein scheinbar kleiner Prozentsatz einen erheblichen Betrag ergeben. Prüfen Sie, ob ein Höchstbetrag vereinbart ist.
Getrennte Sätze je Schadenart
Diebstahl, Grundberührung und Schäden an Land haben häufig eigene, höhere Sätze. Die Zahl auf der Titelseite der Polizze ist meist nur der Grundwert.
Verhältnis zur Kaution beim Chartern
Beim Chartern übernimmt die Kaution faktisch die Rolle des Selbstbehalts, siehe Kautionsversicherung.
Nicht zu verwechseln mit Unterversicherung
Beim Selbstbehalt wird ein fixer Betrag abgezogen. Bei der Unterversicherung wird die gesamte Leistung anteilig gekürzt. Treffen beide zusammen, wirken sie nacheinander.

Schnellcheck

Zwei Fragen an die eigene Polizze.

Welche Selbstbehalte stehen wirklich drin?
Suchen Sie den Abschnitt „vereinbarte Selbstbehalte“. Notieren Sie sich die Sätze für Diebstahl, Grundberührung und Winterlager getrennt. Diese drei sind erfahrungsgemäß die höchsten und zugleich die wahrscheinlichsten.
Passt der Selbstbehalt zur Prämie?
Rechnen Sie aus, wie viele Jahre Prämienersparnis ein einziger Schaden auffrisst. Liegt die Ersparnis bei 120 Euro im Jahr und der Selbstbehalt 800 Euro höher, war die Rechnung nach dem ersten Schaden nicht gut.

In Österreich

In österreichischen Polizzen steht meist der Begriff Selbstbehalt, in deutschen Verträgen häufiger Selbstbeteiligung. Gemeint ist dasselbe. Wer Angebote aus beiden Märkten vergleicht, sollte die Sätze je Schadenart gegenüberstellen und nicht nur die Prämie, weil sich die Ersparnis bei der Prämie im ersten Schadenfall auflösen kann.